Der Regensburger Spitalkeller: Ein Ort mit Historie, Bierkultur und Geselligkeit
Der Spitalkeller ist eine historische Sommerkelleranlage an den Winzerer Höhen in Regensburg. Die Anlage umfasst ein Wirtshaus, ein Sommerhaus, eine Scheune, die Fasshalle sowie ein beeindruckendes 73 Meter langes Tonnengewölbe, das tief in den Fels geschlagen wurde. Seit Jahrhunderten ist dieser Ort eng mit der Regensburger Bierkultur und Geselligkeit verbunden – vom einstigen Weinberg über den Sommerkeller bis zum heutigen Traditionswirtshaus.
Vom Castner Weinberg bis heute – über 600 Jahre Geschichte
Das Gelände wird erstmals als Castner Weinberg urkundlich erwähnt. An den sonnenverwöhnten Hängen der Winzerer Höhen wurde Wein angebaut.
Der Weinberg befindet sich im Besitz des Reichsstifts Obermünster, eines der bedeutendsten Damenstifte in Regensburg.
Joseph Rosenmayer errichtet den neuen Sommerkeller an den Winzerer Höhen. Dies gilt als das Gründungsjahr des Spitalkellers als Bierkeller.
Während der Napoleonischen Kriege wird Regensburg zum Schauplatz heftiger Kämpfe. Die Schlacht um Regensburg hinterlässt auch am Spitalkeller ihre Spuren.
Michael Strasser erhält die offizielle Ausschankkonzession. Der Spitalkeller wird zum öffentlichen Ausschankort für Bier.
Der Keller wird an die Brauerei des St. Katharinenspitals verpachtet und dient fortan als deren Sommerkeller.
Das gesamte Gelände geht in den Besitz der St. Katharinenspitalstiftung über, einer der ältesten Stiftungen Deutschlands.
Während des Deutsch-Französischen Krieges wird der Spitalkeller als Hilfslazarett genutzt und dient der Versorgung verwundeter Soldaten.
Der Lagerkeller wird verlängert, um den wachsenden Bedarf an kühler Bierlagerung zu decken. Das Tonnengewölbe erreicht seine heutige Länge von 73 Metern.
Mit dem Einbau einer modernen Kühlanlage endet die Ära des traditionellen Sommerbierkellers. Die aufwändige Eisernte und natürliche Kühlung werden überflüssig.
Das Gebäude wird komplett umgebaut und an die modernen Anforderungen angepasst.
Der Spitalkeller wird geschlossen und an die Messerschmitt Werke vermietet, die die Räumlichkeiten für kriegswichtige Produktion nutzen.
Nach Kriegsende wird der Spitalkeller durch die US-Army beschlagnahmt und von den amerikanischen Streitkräften genutzt.
Der Spitalkeller wird als Wirtschaft wiedereröffnet und kehrt zu seiner Bestimmung als Gaststätte und Biergarten zurück.
Stefan Dannert übernimmt den Spitalkeller und führt die Tradition als Wirt mit Energie und Leidenschaft fort.
Entdecken Sie den Spitalkeller bei einer Kellerfuehrung durch das 73 Meter lange Tonnengewölbe – inklusive Whiskyprobe.